Cathrin Elter, eine Kollegin von Oli und Joachim Krohnke, ein lieber Kollege von mir, schildern, wie sie den 02. September erlebt haben.

Olivers letzter Tag, der 02. September 1999

von Cathrin Elter

Ich habe mal genau versucht, mich an den Donnerstag im Büro zu erinnern. Was ich leider noch allzu gut weiß ist, daß ich nicht wie sonst, als ich gegangen bin, ca. eine Stunde bevor er gefahren ist, noch länger bei Oli im Türrahmen stehen geblieben bin und wir noch gequatscht haben - und das nur, weil ich irgendwie schlecht gelaunt war.
Ich weiß, daß wir auf jeden Fall an dem Tag noch darüber gesprochen haben, daß wir am Samstag zu dem Motorradladen Hein Gericke wollten, weil da Sommerfest war und ich nochmal auf dem Weg zur Abendschule gucken sollte, wo genau das ist und wann es anfängt.
Ich weiß auch noch, daß Oli mittags im Büro sich etwas mit zu essen bestellt hat. Ich glaube es war bei unserm Mandanten, ein Italiener.
Frank hatte ja die Vermutung, daß Oli noch zur Bank wollte und deswegen nicht Richrath rausgefahren ist. Ich hatte im Büro auch schon gefragt, ob er sich vielleicht Geld geliehen hatte fürs Mittagessen, denn dann wäre das ja sehr wahrscheinlich gewesen, daß er zur Bank wollte, aber das war nicht der Fall.

Wie uns die Hiobsbotschaft erreichte

(zur Erläuterung: am Tag des Unfalls befand ich mich mit drei Freunden auf einem Segeltörn. Wir waren früh morgens von Texel aufgebrochen und den ganzen Tag bis abends unterwegs, bis wir gegen 19:00 Uhr Amsterdam erreichten. Unser Skipper Joachim erzählt, wie er und beiden anderen Crewmitglieder diesen Tag erlebt haben).

von Joachim Krohnke

05:30 aufstehen, 06:15 auslaufen! Wie schön wäre es gewesen, sich jetzt noch einmal umzudrehen und in der warmen Koje zu liegen. Aber wat mut, dat mut! Gefrühstückt wird unterwegs, Schnittchen und der Kaffee wecken die Lebensgeister. Es ist noch kühl, nur wenig Wind und dann auch noch von vorn. Also unter Motor bis zur Fähre zwischen Den Helder und Texel. Dann setzen wir Segel und fallen ab nach SW am Leuchtturm vorbei. Weit kommen wir so nicht, denn der Wind kommt westlicher als wir denken. Er dreht immer mehr in Richtung S, so daß wir weit auf die Nordsee hinaus müssen. Der Wind schläft ein. Die See ist gespenstisch. Also Motor an, gegen die Strömung, die uns erst nach Mittag in die gewünschte Richtung mitnimmt. Der Wind frischt wieder etwas auf - also Segel rauf - der Wind läßt wieder nach - also Segel wieder runter-. So eine Äppelei nervt schon auf die Dauer.