Filou hat uns verlassen müssens

Am 16.11.2019 gegen 19:45 Uhr starb unser langjähriger Freund und treuer Gefährte Filou.

Wir sind unendlich traurig, dass er gehen musste. Filou wurde 15 Jahre und 7 Monate alt. Sicher ein stolzes Alter, dennoch hätten wir ihn gerne noch länger bei uns gehabt. Aber es hatte nicht sollen sein.

Die Altersgebrechen wurden mit jedem Tag zahlreicher. Zunächst nur langsam und schleichend. In den letzten Wochen jedoch immer stärker. Die Gelenke wurden steifer, der Gang unsicherer. Aber richtige Schmerzen waren nicht erkenbar. Waren wir uns unsicher, haben wir ihm vorsichtshhalber zwischendurch eine Schmerztablette gegeben.

Am 18.10.2019 zeigte sich im hinteren Bereich an den Flanken eine beidseitige Aufblähung des Bauchbereiches. Um das abzuklären, gingen wir zum Tierarzt. Dort wurde er geröntgt, wobei sich zeigte, dass er im Bauchraum freie Flüssigkeit hatte, die dort nicht hin gehörte. Aufgrund der schlechten Leberwerte vermutete die Ärztin einen Lebertumor. Da in diesem fortgeschrittenen Alter von Filou an eine Punktion und anschließender OP mit vermutlich wiederum anschließender Chemotherapie nicht zu denken war, ließen wir alles wie es ist und versuchten Filou palliativ zu versorgen. Das heißt, ihn weitestgehend  schmerzfrei zu halten und das Unvermeidlich möglichst hinauszuzögern. Durch die Verabreichnung eines Kortisonpräperates, das laut Ärztin den Effekt einer sanften Chemo hatte, erholte sich Filou wieder. Sogar die Aufblähung des Bauchbereiches ging wieder zurück. Das machte uns Hoffnung, mit ihm zusammen noch einemal das Weihnachtsfest zu erleben.

Am 16.10.2019 jedoch, gegen 17:15 Uhr, ließ er sich aus seinem Sessel rutschen und war sehr unruhig. Ich nahm ihn an die Leine und ging vor die Tür, weil ich glaubte, er müsse sich lösen. Das tat er dann auch, aber danach zeigte er Anzeichen sehr starker Schmerzen. Den Schwanz eingekniffen und kaum noch in der Lage zu laufen, hatten wir es mit Mühe wieder nach Hause geschafft. Uns war klar, dass war etwas sehr Ernstes, denn Filou versuchte sich irgendwo in unserem Garten zu verkriechen.

In heller Aufregung versuchte ich, unsere Tierärztin zu erreichen, dass Sie nach zu uns Hause käme. Ich erreichte sie auf Handy in Berlin, wo sie auf einer Fortbildung war. Daraufhin rief ich in der Neandertalklinik an. Wir fuhren hin und ließen Filou untersuchen. Unterwegs hatten wir, Irmi und ich, vereinbart, dass wir von einer Operation absehen würden, sollte diese notwendig werden. Unsere Sorge in den letzten Monaten war es immer, dass wir möglicherweise aus Eigennutz den richtigen Zeitpunkt verpasssen könnten, Filou von seinen Leiden zu erlösen. Uns schien dieser Zeitpunkt an diesem Tag gekommen. Die Ärztin gab Filou gegen 19:45 Uhr die beiden Spritzen, die ihn erlösten. Wir waren bei dieser grausamen Prozedur bei ihm und haben ihn die ganze Zeit gestreichelt. Ich werde diesen Anblick und Augenblick seines Todes wohl noch lange schmerzlich vor Augen haben.